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Vom Gras zur Milch - Warum Landwirte so wichtig sind

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Der Bauernhof

-Vom Gras zur Milch-

 

Die Landschaft auf dem Hotzenwald ist geprägt durch das Realteilungsrecht. Daher ist die Landschaft in viele kleine Parzellen aufgeteilt. Der Hof und das Land wurden über Generationen auf alle Kinder verteilt, sodass sowohl der Hof als auch das Land (Wiesen, Äcker und Wald) immer weiter aufgeteilt wurde. Viele Höfe haben nur wenige Hektar Land. Es gibt Höfe mit 2 Hektar, viele Höfe haben 6-8 Hektar Land.
Da die Menschen nicht allein von der Landwirtschaft leben konnten, hatten sie immer noch einen Zweitberuf. Sie arbeiteten entweder noch als Waldarbeiter oder im Holzgewerbe. Im 19. Jahrhundert hatte fast jeder Hof einen Webstuhl, auf dem die gesamte Familie webte, von den Kindern bis zur Großmutter.

Die Bauern hatten nur wenige Stück Vieh, manchmal noch wenige Ziegen.

Da Pferde zu teuer waren, wurden alle landwirtschaftlichen Arbeiten mit den Kühen durchgeführt.

Frühere Landwirtschaft

  • Waldweide war früher typisch, die Rinder wurden im Sommer von Hirten (Jungen und Mädchen) auf die Weiden gebracht. Die Tiere weideten auf halboffenen Weiden, wo auch noch ein Anteil an Bäumen stand. Rinder fressen sehr gern die Blätter von Laubbäumen aber auch aufkeimende Sprösslinge. Dadurch war eine forstliche und nachhaltige Nutzung des Waldes nicht möglich. Erst durch die Badischen Forstgesetze um 1840 wurde Waldweide verboten und der Wald mit Fichten (Rottannen) aufgeforstet.

 

  • Wässerwiesen. Die Winter im Oberen Hotzenwald sind lang- der erste Schnee kann schon im Oktober fallen- die letzten Schneereste sind manchmal noch im Mai vorhanden. Die Hotzenwälder Bauern bewässerten ihre Wiesen im Frühjahr um den Schnee abzuschmelzen. So konnte die Wachstumsperiode früher beginnen und der Heuertrag war größer. Aus den Bächen wurde Wasser in Wuhrgräben (Kleine Kanäle) abgeleitet und dieses über dem Schnee verrieselt.

 

Heutige Landbewirtschaftung

·         Mutterkuhhaltung. Da der Milchpreis den die Bauern für die Milch bekommen gering ist, stellten im letzten Jahrzehnt  immer mehr Bauern ihren Betrieb auf Fleischerzeugung um. Mütter mit ihren Kälbchen stehen dann ein oder zwei Sommer bis zur Schlachtreife auf der Weide.

  • Weiderind. Das Weiderind hat weiterhin die wichtige Aufgabe des Offenhaltens der Landschaft: Das ist Naturschutz mit Messer und Gabel.
  • Regionale Direktvermarktung. Weiderind wird gerne auch direkt und örtlich vermarktet und erzielt damit einen höheren Preis. Da diese Tiere nicht gemästet werden, haben sie einen wichtigen Stellenwert für bewusste regionale Ernährung mit Fleisch.

 

„In Kooperation von Naturpark Südschwarzwald, der Schule und einem Bauernhof können die Schüler in Murg für dieses Thema sensibilisiert werden.

Der Bauernhof verfügt als außerschulischer Lernort über viele Möglichkeiten, die Themen rund um eine nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung ganzheitlich zu vermitteln“. (Modul Schonach).  

 

Bauernhof der Familie App in Murg – Niederhof

Auf diesem Bauernhof werden ca. 50 Kühe und 30 Rinder gehalten. Als weitere Tiere gibt es auf dem Hof Hühner und 3 Einstellpferde.

Die Kühe auf dem Hof der Familie App kommen aus Schleswig-Holstein und sind reine Milchkühe. Sie werden zweimal pro Tag – früh um 6 Uhr und abends um 19 Uhr in einem Melkstand. Die Milch wird von der Schwarzwaldmilch GmbH alle zwei Tage abgeholt und nach Freiburg gebracht. Damit sie immer frisch ist, muss sie auf 7°C gekühlt werden.

Die Tiere sind in der Vegetationszeit auf der Weide und bekommen zusätzlich noch Heu, als Intensivfutter Getreide- und Maisschrot.